Repowering - warum werden alte Windenergieanlagen durch Neue ersetzt?

Damit Deutschland seine Klimaschutzziele einhalten kann, muss der Anteil der Erneuerbaren Energien am Energieverbrauch steigen. Für die Windenergie an Land bedeutet das nicht zwingend eine proportional steigende Anzahl an Windenergieanlagen, sondern den Einsatz einer effizienteren Technologie mit höherem Ertrag.

Unter dem Schlagwort Repowering versteht man das Ersetzen von Altanlagen durch leistungsstärkere Anlagen, die im Laufe der letzten Jahre auch hinsichtlich anderer Anforderungen optimiert wurden.

Eine 2018 neu errichtete Anlage hatte eine durchschnittliche Leistung von 3.232 kW, die durchschnittliche Anlagenleistung der im gleichen Jahr abgebauten Anlagen lag hingegen bei 1.214 kW.

Diese Effizienzsteigerungen werden vor allem durch die Aufstockung der Nabenhöhen und der damit verbundenen Steigerung von Volllaststunden erzielt.

Was sind die Vorteile des Repowerings?

Erstens kann durch das Verfahren eine Reduktion der Gesamtanlagenzahl erreicht werden.
Eine Faustregel lautet:
Mit Repowering kann bei einer Halbierung der Anlagenzahl eine Verdopplung der Leistung und eine Verdreifachung des Stromertrags erzielt werden.

Der Abbau häufig verstreut und nahe an bebauten Gebieten stehender Bestandsanlagen und das Ersetzen durch weniger, aber leistungsstärkere Windenergieanlagen entlastet das Landschaftsbild und bietet je nach raumplanerischer Situation die Chance einer Neuanordnung von Anlagen.

Der zweite Vorteil ist, dass sich moderne Anlagen sehr viel besser in das elektrische Netz integrieren lassen, denn sie speisen konstanter und in größeren Mengen Strom ein.

Drittens bieten sich Vorteile des Anwohnerschutzes, da die neuen Anlagen durch geringere Umdrehungszahl optisch verträglicher und durch neue Technologien geräuschärmer sind als die bisherigen Bestandsanlagen. Obwohl die lokale Akzeptanz und vorhandene Infrastruktur für Repowering auf vorhandenen Flächen sprechen, sorgen administrative Hemmnisse, wie neue Flächenausweisungen, Höhenbegrenzungen und geänderte Abstandsregelungen für raumplanerische Herausforderungen. Um das volle Repowering-Potenzial ausschöpfen zu können, sollten in der Flächen- und Regionalplanung Wege gefunden werden, die Bestandsflächen für Repowering zu erhalten.

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